29.05.2017 / Feuilleton / Seite 10

Alle Menschen werden Brüder …

… oder doch nicht? Der Abschluss von James Gordon Farrells Trilogie über den Niedergang des britischen Empires

Michael Schweßinger

Als ich den dritten Teil von James Gordon Farrells (1935–1979) Empire-Trilogie, die den Bogen über ein Jahrhundert des Niedergangs des British Empire spannt, zur Hand nahm, weilte ich gerade in Bukarest. Und wie man oftmals durch großartige Werke der Literatur nicht nur die Vergangenheit in einem neuen Licht betrachtet, sondern diese auch die Kraft besitzen, in die Gegenwart auszustrahlen, erging es mir so, dass ich dessen Beschreibungen mehr und mehr auf meinen gegenwärtigen Ort übertrug. Dies gelang mir leicht, liegt doch Farrells große Stärke darin, die genuinen Schauplätze des Niedergangs des Empires von Indien über Irland bis nach Singapur zu beschreiben, ohne sich jedoch mit den historischen Fakten zufriedenzugeben. Immer beleuchtet er die menschlichen Charaktere dahinter. Wenn er einem seiner Akteure, dem vor den Japanern aus Indochina geflohenen Verwaltungsbeamten François Dupigny, das Adam-Smith-Zitat »Eigennutz ist der Quell allen Wohlstands« in...

Artikel-Länge: 5892 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe