18.05.2017 / Inland / Seite 4

Blood and Bundesamt

NSU-Prozess: Neue Beweisanträge zu »Blut und Ehre«-Netzwerk und staatlichen Akteuren

Claudia Wangerin, München

Geht es nach den Verteidigern des Mitangeklagten Ralf Wohlleben, kann der inzwischen vierjährige NSU-Prozess noch eine Weile dauern. Am Mittwoch nutzten sie den letztmöglichen Termin, um regulär Beweisanträge zu stellen – spätere müssten mit neuen Erkenntnissen begründet werden. Wohllebens Anwältin Nicole Schneiders, die ihren wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Mandanten aus gemeinsamen Zeiten im NPD-Kreisverband Jena kennt, scheute sich nicht, einen anderen Neonazi als Tatverdächtigen zu nennen: Jan Werner, ehemals Chef der sächsischen Sektion des 2000 in der BRD verbotenen Netzwerks »Blood and Honour«. Dessen deutscher »Divisionsleiter« Stephan Lange war am Dienstag durch einen ARD-Bericht als V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz bekannt geworden.

Schneiders legte in ihrem Beweisantrag nahe, dass nicht ihr Mandant, sondern Werner die Tatwaffe für neun der zehn dem NSU zugeordneten Morde beschafft habe. Die heute als Haupttäter geltenden Neonazis...

Artikel-Länge: 3846 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe