16.05.2017 / Titel / Seite 1

Nicht regierungsfähig

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zieht aus dem Wahldebakel die Konsequenz und will Straßenkämpfer werden. CDU und AfD nehmen ihn nicht mehr ernst

Arnold Schölzel

Das Verschwinden der SPD unter die 20-Prozent-Marke bei den Bundestagswahlen im September scheint mit dem Debakel der SPD in Nordrhein-Westfalen (NRW) programmiert. Bleibt die Frage: Mit oder ohne Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz? Am Montag stellten obere Sozialdemokraten klar: mit ihm und ohne Korrektur am ohnehin nicht erkennbaren Kurs. Durchhalteparolen und rhetorisches Geschwurbel waren entsprechend. So kündigte Schulz als taktische Hauptmaßnahme an, er werde »sehr konkrete Vorschläge unterbreiten«. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Mitgliederbrief schrieb er: »Ab jetzt heißt es, Angela Merkel oder ich.« Auf einer Tagung des SPD-Vorstandes in Berlin drohte er zudem: »Ich bin ein Streetfighter. Der Bundestagswahlkampf beginnt jetzt.« Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil flocht die SPD-»Strategie« am Rande der Beratungen in die Wortgirlande: »Es ist spürbar, von Martin Schulz ausgehend, dass wir im Vorwärtsmodus i...

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