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15.05.2017 / Politisches Buch / Seite 15

Unbeglichene Schulden

Eine neue Publikation gewährt eine komplexe Sicht auf die kontrovers diskutierte Reparationsfrage

Martin Seckendorf

Der deutsche Faschismus hinterließ während seines Eroberungs- und Vernichtungskrieges in den überfallenen Ländern Zerstörungen apokalyptischen Ausmaßes. Die besetzten Gebiete und ihre Bewohner wurden hemmungslos ausgebeutet, den Menschen unfassbares Leid zugefügt. Die Alliierten der Antihitlerkoalition kamen im Potsdamer Abkommen vom August 1945 überein, Deutschland müsse gezwungen werden, »in größtmöglichem Ausmaß für die Verluste und die Leiden, die es den Vereinten Nationen verursacht hat und wofür das deutsche Volk der Verantwortung nicht entgehen kann, Ausgleich zu schaffen«. Bis heute ist diese berechtigte Forderung nur ansatzweise umgesetzt worden. Knapp vier Fünftel der deutschen Reparationsschuld seien noch offen, schreiben Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner in dem vorliegenden Band.

Im Hauptkapitel der Publikation werden die Strategien der Alliierten zur Lösung der hochkomplexen Problematik beschrieben. Diese waren von den Erfahrungen, die die We...

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