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11.05.2017 / Feuilleton / Seite 11

Das Kreuz mit der Identität

Vom neuen Rechten zum alten Sozialdemokraten. Zum Tod von Henning Eichberg

Fabian Seeler

Als der Historiker und Kulturwissenschaftler Henning Eichberg Ende April starb, war der einst führende Theoretiker der Neuen Rechten und spätere Linke hierzulande bereits beinahe in Vergessenheit geraten. Dabei war er allein schon seiner weltanschaulichen Entwicklung wegen einer der ungewöhnlichsten Intellektuellen der »alten« BRD.

Seine von ihm im Nachhinein als Suche nach der verlorenen Heimat interpretierte politische Wanderung führte den 1942 in Niederschlesien geborenen Eichberg zunächst tief hinein ins zersplitterte rechte Milieu der 60er Jahre: Erste publizistische Gehversuche bestanden aus gedichtetem Soldatenkitsch in der vom ehemaligen Sturmbannführer Arthur Ehrhardt gegründeten Zeitschrift Nation Europa. Kontakte zur französischen Nouvelle Droite und zu avantgardistischen Lyrikern entfremdeten ihn zumindest vom Habitus der Altnazis. Politische Heimat wurde ihm zunächst die Ende der 60er Jahre entstandene Szene der »Nationalrevolutionäre«, die ve...

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