10.05.2017 / Inland / Seite 8

»Der Startup-Kult ist eine religiöse Geschichte«

Forscher redet auf dem Kongress »re:publica« über Schattenseiten der Digitalwirtschaft. Ein Gespräch mit Silvio Lorusso

Anselm Lenz

Wie arbeiten Sie, und was ist Ihr Thema auf diesem Kongress?

Ich habe eine Studie zum Thema des »Entreprecariat« (Kofferwort aus »Entrepreneurship« und »Prekariat«, jW) erarbeitet. Mir geht es um Unternehmerschaft als eine Attitüde, die sogenannten Kreativarbeitern, und nicht nur ihnen, übergestülpt wird. Zugleich arbeiten sie unter zunehmend prekarisierten Bedingungen. Das geht an die Existenz, denn es steht zum Beispiel sogar der Wegfall medizinischer Versorgung als Bedrohungsszenario im Raum.

Was sind die drastischsten Fälle?

2014 habe ich das Projekt »KickEnded« begonnen: Der Form nach eine Kopie von »Kickstarter«, dem bekannten Crowdfunding-Unternehmen, das Finanziers für Startup-Unternehmen sucht. Auf meiner Plattform zeige ich die Schattenseite dieser Art der Finanzierung. Ich stelle nämlich jene Projekte vor, die exakt null Dollar bekommen haben. Das sind mehr als 11.000. So gewann ich einen Eindruck davon, welche schiere Masse an Unsicherheiten, Äng...

Artikel-Länge: 4222 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe