08.05.2017 / Inland / Seite 2

»Die Werke aufzubewahren war gefährlich«

Mit einem »Lesen gegen das Vergessen« soll an die Bücherverbrennung durch die Faschisten erinnert werden. Ein Gespräch mit Gesine Lötzsch

Johannes Supe

Mit einem »Lesen gegen das Vergessen« werden Sie an die Verbrennung von Büchern in Deutschland erinnern. Unter der Herrschaft der deutschen Faschisten wurden am 10. Mai 1933 die Werke diverser Autoren vernichtet. Führen Sie bitte etwas genauer aus, was damals geschehen ist.

An jenem Tag karrten Studenten im ganzen Land Bücher zusammen und warfen sie in die Flammen. In Berlin fand die Bücherverbrennung auf dem damaligen Opernplatz statt, der heute Bebelplatz heißt. Das war von langer Hand geplant, geschah zur selben Zeit an vielen Orten. Lange vorher hatte man die Liste der Werke zusammengestellt, die vernichtet werden sollten. Bücher etwa von Bertolt Brecht, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Rainer Maria Rilke, Nelly Sachs oder Karl Marx warf man ins Feuer. Die Bücher sollten aus dem Gedächtnis der Menschen ausradiert werden – und damit auch die fortschrittlichen Gedanken, die in ihnen steckten.

Wer sollte mit der Vernichtung der Bücher getroffen werden?

Die V...

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