04.05.2017 / Medien / Seite 15

Wes Brot ich ess’

Glaubwürdig geht anders: »Reporter ohne Grenzen« bewertet die »Pressefreiheit«. Gründungsgeschichte lässt ahnen, nach welchen Kriterien

Volker Hermsdorf

Die Organisation »Reporter ohne Grenzen« (ROG) hat in der vergangenen Woche ihre »Rangliste der Pressefreiheit 2017« veröffentlicht. Darin scheint alles wie üblich: »Skandinavien vorn, Deutschland unverändert, Türkei abgerutscht. Kritik auch an den USA oder Polen« und es gebe »ein neues Schlusslicht«, fasste Spiegel online deren Kernaussagen zusammen. Die ROG geben vor, anhand von Fragebögen, die an nicht weiter benannte »Journalisten und Menschenrechtsverteidiger« verschickt werden, den Grad der Freiheit zu ermitteln, die die Medienschaffenden in 180 Ländern haben, oder auch nicht. In der Bundesrepublik verbreiten Presse, TV, Hörfunk etc. von der äußersten Rechten bis hin zu den Gewerkschaften die ROG-Aussagen meist ungeprüft weiter. Ohne deren Intention zu hinterfragen oder sich mit dem Hintergrund ihrer Verfasser zu beschäftigen.

Diese Blauäugigkeit ist vielleicht noch nachvollziehbar, betrachtet man die Rangfolge an der Spitze der Liste: Norwegen, Schw...

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