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02.05.2017 / Titel / Seite 1

Gelebte Diktatur

1. Mai: 200 Menschen in Istanbul festgenommen. In Deutschland fordern die Gewerkschaften: Superreiche zur Kasse, bitte

Roland Zschächner, Markus Bernhardt

Wer in der Türkei für seine Rechte auf die Straße geht, bekommt es mit der Staatsgewalt zu tun. Am 1. Mai wurden mehr als 200 Menschen in Istanbul von der Polizei festgenommen. Zuvor hatten die Beamten die Demonstranten im Stadtteil Mecidiyeköy mit Tränengas und Gummigeschossen angegriffen, wie Reuters berichtete. Die Teilnehmer trugen Banner mit der Aufschrift »Lang lebe der 1. Mai – nein zum Diktator« und wollten damit zum Taksim-Platz ziehen. Dort wollten linke Gruppen trotz eines Verbots ihre Forderungen vorstellen. Der Taksim ist der traditionelle Kundgebungsort der Arbeiterbewegung in der Türkei. Auf den Tag genau vor 40 Jahren hatte dort eine vom Militär gebildete und von den USA unterstützte Konterguerilla ein Massaker an Gewerkschaftern verübt, bei dem drei Dutzend Menschen ums Leben kamen. 2013 wurde der Platz zum Symbol des Protests gegen die autoritäre Herrschaft von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und seiner regierenden AK-Partei. Seitde...

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