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27.04.2017 / Feuilleton / Seite 11

Rückkehr des Unbewussten

Werwolfphantasie und Terrorgenese: Jakob Noltes neuer Roman stellt unsere Welt auf den Kopf

Björn Hayer

Sie sind wieder da: die Ungestalten der schwarzen Romantik, die Wiedergänger und Phantasiewesen unserer Alpträume. In Jakob Noltes Roman »Schreckliche Gewalten« begegnen sie uns als Heimsuchungen. Als eines Nachts der Mond in voller Pracht erscheint, verwandelt sich Hilma Honik unversehens in einen Werwolf und tötet zu allem Unheil noch den Vater ihrer beiden Kinder, auf dessen Grabstein makaber vermerkt wird: »Geliebt und getötet von den Seinen«.

Man könnte weinen, wäre das Arrangement dieses mirakulösen Buches nicht zugleich völlig absurd. Es ist die Chronik einer skurrilen und verfluchten norwegischen Familie, die der Autor mit humorvoller Detailversessenheit erzählt. Während die Mutter nach ihrem ersten Anfall direkt in einer Klinik landet, aus der sie als Werwolf genauso schnell wieder ausbricht, treten ihre Zwillinge Iselin und Edvard die Flucht in die Ferne an. Letzterer verlässt das Land, bereist die Welt und sucht in verschiedenen Frauen- und Männ...

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