22.04.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Schäuble frecher denn je

Gegen Lagarde, die Trump-Administration und viele Euro-Partner: BRD-Finanzminister hält Kritik an deutschen Überschüssen für unsinnig

Lucas Zeise

Es muss ziemlich langweilig gewesen sein beim diesjährigen Frühjahrstreffen der 189 Mitglieder des Weltwährungsfonds (IWF). Die Konjunkturbeobachter des IWF stellten einen Hauch höheren Wachstums in der Welt in Aussicht. 3,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als bei ihrer letzten Schätzung im Januar. Das ist das globale Wachstum und schließt so rasant wachsende große Volkswirtschaften wie China (6,5 bis 6,9 Prozent) oder Indien (über neun Prozent) mit ein. Das Wachstum der alten kapitalistischen Länder bleibt kümmerlich (unter zwei Prozent). Langweilig ist das, weil es nun schon einige Jahre so geht. Niemand der versammelten Finanzminister und Notenbankchefs hat einen Plan, wie die Dauerkrise der Weltwirtschaft bewältigt werden kann. Nur die neoliberale Parole von den Reformen, die den Arbeitsmarkt flexibilisieren und damit Profite (und der Theorie nach) folglich die Investitionen erhöhen sollen, wird ständig wiederholt. Zwar geschieht dergleichen....

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