22.04.2017 / Ausland / Seite 6

Sechs kamen durch

Irans Wächterrat schließt 1.630 Bewerber von Präsidentenwahl aus – darunter auch Examtsinhaber Ahmadinedschad

Knut Mellenthin

Das iranische Innenministerium hat am Donnerstag die Namen der sechs Kandidaten bekanntgegeben, die zur Präsidentenwahl am 19. Mai zugelassen sind. Mahmud Ahmadinedschad, der dieses Amt von 2005 bis 2013 ausübte und vor allem in den ärmsten Teilen der Bevölkerung immer noch viele Anhänger hat, darf nicht an der Wahl teilnehmen.

Präsident werden zu wollen scheint im Iran fast ein Volkssport zu sein. In diesem Jahr hatten sich 1.636 Bewerber registrieren lassen. Unter ihnen waren 137 Frauen. Allerdings hat es noch nie eine Iranerin auf die Kandidatenliste geschafft. Wer zur Wahl zugelassen wird, entscheidet der Wächterrat. Seine zwölf Mitglieder sind Experten für islamisches Recht, die jeweils zur Hälfte von »Revolutionsführer« Ali Khamenei und vom Parlament bestimmt werden. Die Abgeordneten dürften aber nur aus einer Liste auswählen, die ihnen vom Chef des Justizwesens vorgelegt wird. Der wiederum wird von Khamenei ernannt. Neben den international üblichen ...

Artikel-Länge: 3717 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe