18.04.2017 / Ansichten / Seite 8

Schönredner

Reaktionen auf Türkei-Referendum. Gastkommentar

Sevim Dagdelen

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem »harten Wahlkampf« vor dem Referendum um die Einführung einer Präsidialdiktatur in der Türkei spricht, streiten die dortigen beiden Oppositionsparteien CHP und HDP wegen massiven Wahlbetrugs für eine Annullierung des Abstimmungsergebnisses. Während Außenminister Sigmar Gabriel zu Ruhe und Gelassenheit aufruft, gehen am Bosporus Tausende auf die Straße, um gegen die Manipulationen Erdogans zu protestieren. Als gelte es, ihren politischen Zynismus in Sachen Türkei auf die Spitze zu treiben, drückt die Bundesregierung die Erwartung aus, dass Erdogan nach dem Referendum »einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes sucht«.

Worum geht es? Ruhe soll die erste Bürgerpflicht sein. Wenn Merkel und Gabriel den Dialog mit Erdogan anmahnen, setzen sie brutal auf ein »Weiter so« in der Türkei-Politik. Beide wollen weiter Waffen an Erdogan liefern, obwohl (oder mus...

Artikel-Länge: 2959 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe