18.04.2017 / Ausland / Seite 7

Angriff auf Autonomie

Im nordirakischen Schengal wollen sich Jesiden selbst verwalten. Doch regierende KDP von Masud Barsani will das militärisch verhindern

Peter Schaber, Khanasor

Dort sind sie mit schwer bewaffneten Fahrzeugen aufgefahren«, erklärt Zerdest Dinayi, ein Kämpfer der jesidischen Yekineyen Berxwedana Sengal (YBS) und zeigt mit dem Finger in Richtung der gegnerischen Schützengräben. »Mit denen wollten sie in Khanasor eindringen. Unsere Seite war unvorbereitet, weil wir keine Konfrontation erwartet hatten.« Von der Frontlinie sind die Stellungen der Gegenseite keine hundert Meter entfernt. Drüben, in der Kleinstadt Sinone, haben sich Truppen der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) des Klanchefs Masud Barsani verschanzt.

Seit Anfang März bauen die bewaffneten Kräfte der KDP, die als enger Partner sowohl der USA, wie auch Deutschlands und der Türkei gilt, vor den Toren Khanasors eine militärische Drohkulisse auf. Als sie am 3. März versuchten, unter anderem ausgerüstet mit Panzerfahrzeugen aus deutscher Produktion, in die jesidischen Gebiete vorzudringen, war es zu schweren Gefechten gekommen, mindestens sieben Menschen ...

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