15.04.2017 / Inland / Seite 5

Jobcenter bleiben hart

Die Zahl der Hartz-IV-Sanktionen ist minimal zurückgegangen. Milder im Umgang mit ihren Klienten sind Jobcenter aber nicht geworden

Susan Bonath

Am Dienstag vor Ostern ging die Schlagzeile durch die Medien: »Jobcenter verhängen weniger Sanktionen.« Danach sei die Zahl der Bestrafungen so niedrig wie zuletzt 2012, weil sich weniger Hartz-IV-Beziehende »geweigert« hätten, einen Job anzunehmen. Hintergrund ist die neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Ist also alles gar nicht so dramatisch? Ein Blick auf die Zahlen macht schnell deutlich: Es ist nur die halbe Wahrheit.

Laut BA kürzten die 408 Jobcenter im vergangenen Jahr rund 940.000mal die als Existenzminimum deklarierte Grundsicherung. Das waren 40.000 Sanktionen weniger als 2015. Ein Viertel der Strafen betraf 15- bis 24jährigen. In knapp jedem zwölften Fall hatten Betroffene ein »Angebot« für eine Maßnahme oder einen Job ablehnt. Ein Jahr zuvor gab es etwa 5.000 solcher Einzelfälle mehr.

Ein weiteres Zehntel der Sanktionierten hatte eine Auflage in der Eingliederungsvereinbarung nicht erfüllt, etwa eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen...

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