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13.04.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Island hat gelernt

Investoren wieder willkommen. Inselstaat war schwer von der Bankenkrise betroffen. Desaster konsequent aufgearbeitet

Gerrit Hoekman

Kaum einen anderen Staat traf der Ausbruch der Bankenkrise 2007/2008 so hart wie Island. Innerhalb kurzer Zeit brach der Finanzsektor des kleinen Landes praktisch zusammen. Um die heimische Währung vor dem Kollaps zu retten, unterband die Regierung in Reykjavik 2008 den Kapitalfluss ins Ausland. Die Isländer konnten nur noch sehr beschränkt über ihr Geld verfügen. Ein Beispiel: Nur wer am Bankschalter ein Flugticket nachweisen konnte, durfte Valuta kaufen.

Mitte März hat nun die Regierung die Beschränkungen aufgehoben. Betriebe, Privatpersonen und Rentenfonds können wieder unbeschränkt Geld ins Ausland transferieren. Die Situation der Wirtschaft ist grundlegend anders: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7,2 Prozent liegt höher als das von China. Die Isländische Krone verteuerte sich 2016 gegenüber dem US-Dollar um 15 Prozent.

Die auf den ersten Blick grandios aussehenden Zahlen bergen aber nach Ansicht isländischer Wirtschaftsexperten die Gefa...

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