13.04.2017 / Ausland / Seite 6

Vorwärts ins 19. Jahrhundert

Japan: Kaiserliches Bildungsedikt erlebt Revival. Skandal um rechten Bildungskonzern

Michael Streitberg

Fleiß, Patriotismus und Kaisertreue: Ein Edikt zur Bildung aus dem Jahr 1890 erlebt in einigen von Japans Schulen und Kindergärten derzeit einen zweiten Frühling. Vergangenen Monat hatte die Regierung erklärt, das lange verpönte Dokument könne prinzipiell als Lehrmaterial eingesetzt werden. Es atmet jenen Geist, aus dem sich auch die von Premierminister Shinzo Abe forcierte, konservative gesellschaftspolitische Wende speist.

Das erwähnte Dokument des Kaisers Meiji wurde erlassen, um Kindern ein Gefühl des Patriotismus zu vermitteln und sie dazu anhalten, ihr eigenes Streben nach Glück den Bedürfnissen des Staates unterzuordnen. Abseits einer Aufzählung von Konzepten wie der vom Konfuzianismus gepredigten »kindlichen Pietät« und Werten wie Zusammenhalt und Strebsamkeit heißt es unverblümt: »Sollte ein Notfall eintreten, bietet dem Staat mutig eure Dienste an, und tragt so zum Gedeihen unseres kaiserlichen Thrones bei, der im Einklang mit Himmel und Erde ste...

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