12.04.2017 / Antifa / Seite 15

Auschwitz: Die letzten Prozesse

Späte Strafverfolgungsversuche und ein Richter, der den Angeklagten zu Hause besuchte

Claudia Wangerin

In Prozessen gegen ehemalige SS-Leute, die im Vernichtungslager Auschwitz gedient haben, geht es heute kaum noch darum, ob die Angeklagten tatsächlich den Gefängnisalltag kennenlernen. Wer deutlich über 90 Jahre alt ist, hat in der Regel die besten Aussichten auf Haftverschonung aus gesundheitlichen Gründen. Von Bedeutung sind die Urteile wegen der Gefahr, die auch in Zukunft von Menschen ausgehen könnte, die sich keiner Schuld bewusst sind, wenn sie sich als kleines Rädchen im Getriebe an Staatsverbrechen beteiligen. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) im November 2016 klargestellt hat, dass sich der einzelne SS-Mann allein durch seine allgemeine Dienstausübung strafbar gemacht hat, wurden die Ermittlungen auf ehemaliges Personal anderer Konzentrationslager ausgeweitet. Nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) vom Montag prüft die für die Aufklärung von Naziverbrechen zuständige Zentralstelle in Ludwigsburg entsprechende Personenkarteien. ...

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