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12.04.2017 / Feuilleton / Seite 10

Nur ein Traum

Gibt sich kritisch und verrät das Ideal: Claus Guths »Die Frau ohne Schatten« an der Staatsoper Berlin

Kai Köhler

»Die Frau ohne Schatten« ist eine bürgerliche Oper, und dies in einem widersprüchlichen Sinn. Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, die als Librettist und Komponist eng zusammengearbeitet haben, riefen im frühen 20. Jahrhundert noch einmal jene Ideale auf die Bühne, die am Beginn ihrer Epoche der bürgerlichen Aufklärung Kraft verliehen haben. Dass der Mensch sein Empfinden allseitig ausbilden solle, und dies als gesellschaftliches Wesen, indem er sich selbst im Gegenüber wahrnimmt. Auch wenn es hier Züge einer bürgerlich-patriarchalen Ideologie trägt, wenn nämlich für die Frauen das Ziel dieser Entwicklung in der Mutterschaft liegen soll.

Was geschieht? Kinderlos ist zu Beginn die Kaiserin, Tochter des Geisterkönigs Keikobad, vom Kaiser vor fast einem Jahr erbeutet. Ihr Mann nimmt sie als Person kaum wahr; dass ihr der Schatten fehlt, kennzeichnet ihre Unfruchtbarkeit. Nun hat sie noch drei Tage, um einen Schatten zu bekommen – sonst muss der Kaiser z...

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