11.04.2017 / Inland / Seite 4

Vorstufe zu »Gefährdern«

Bundesregierung interessiert sich nicht für Todesumstände von Anti-IS-Kämpfern in Syrien. Aber auch gegen solche Rückkehrer wurde ermittelt

Nick Brauns

Die Bundesregierung will keine Konsequenzen daraus ziehen, dass die Luftwaffe des NATO-Partners Türkei im November unter anderem einen Freiwilligen aus Deutschland tötete, der nach Nordsyrien gegangen war, um gegen den »Islamischen Staat« (IS) zu kämpfen. Das zeigt die Ende letzter Woche eingegangene Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke (Die Linke) und Parteifreunden zum Thema »Freiwillige Kämpferinnen und Kämpfer aus Deutschland gegen den IS«.
Der 24jährige Anton Leschek aus Bielefeld hatte sich im September 2016 nach der Befreiung der nordsyrischen Stadt Manbidsch vom »Islamischen Staat« dem dortigen Militärrat angeschlossen. Er habe die demokratische Revolution unterstützen wollen, bekannte Leschek in einer Videobotschaft. Am 24. November 2016 wurden er und der US-amerikanische Anarchosyndikalist Michael Israel bei einem nächtlichen Luftangriff türkischer Kampfflugzeuge auf ein Dorf bei Manbidsch getötet...

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