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11.04.2017 / Feuilleton / Seite 10

Eine sehr große Nische

»Ein Klang – zwei Welten«: Blues war im Westen eine Musikrichtung und im Osten eine Subkultur

Thomas Behlert

Es gab mal eine Zeit, in der die Jugendlichen eines kleinen Landes die Bluesmusik liebten, sich in den Liedern und Konzerten ein Stückchen Freiheit holten und für eine ausgesuchte Importplatte schnell mal ihren Lehrlingslohn auf den Tisch legten. Darüber hat der Musikwissenschaftler Michael Rauhut schon einige Bücher veröffentlicht, die hießen »Rock in der DDR«, »Bye-bye, Lübben City« oder auch »Kundenbuch. Blues in Thüringen«. Jetzt wird es gesamtdeutsch: In »Ein Klang – zwei Welten« stellt der »Forscher des Blues« nun fest, dass diese Musik in Westdeutschland eine Männerdomäne war und sich im Osten bei Konzerten die Geschlechter mischten. Denn im Westen war Blues eine Musik­richtung, im Osten eine jugendliche Subkultur.

Drüben durften all die großen Stars des Mainstreams gehört werden, wie Canned Heat, Rory Gallagher, ZZ Top und Ten Years After. Bei diesen Künstlern »zirkulierten durch die Songs maskuline Stereotype von Kraft, Arbeit und Rausch«, meint R...

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