Gegründet 1947 Mittwoch, 24. April 2019, Nr. 95
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
11.04.2017 / Inland / Seite 2

»Pharmaindustrie nimmt sich, was sie kriegen kann«

Sofosbuvir-Tabletten lassen sich für ­vielleicht 100 Euro herstellen. Doch die Kur mit ihnen kostet 43.500 Euro. Gespräch mit Christiane Fischer

Ralf Wurzbacher

Es gibt ein hochwirksames Hepatitis-C-Medikament namens Sofosbuvir. Tabletten für eine zwölfwöchige Therapie herzustellen kostet geschätzte 100 Euro, der US-Pharmakonzern Gilead vertreibt es in Deutschland unter dem Namen Sovaldi allerdings zu weit höheren Preisen. Die Therapie wird mit 43.500 Euro veranschlagt. Wie kann so etwas angehen?

Dieser Preis ist natürlich Ausdruck größter Gier. Die Pharmaindustrie nimmt einfach, was sie kriegen kann, ohne Rücksicht auf Verluste. In diesem Fall sind das die weltweit fast 200 Millionen Menschen, die an Hepatitis C erkrankt sind, sich das Medikament aber nicht leisten können. Leben ist für sie eine Kostenfrage.

Wie oft geht das Medikament in Deutschland über den Ladentisch?

Die Krankenkassen können das Medikament nicht annähernd für alle zahlen, die davon profitieren würden. Hierzulande geht es um rund 300.000 Betroffene. Wollte man die alle damit behandeln, wäre die gesetzliche Krankenversicherung im Nu bankrott. Das...

Artikel-Länge: 4355 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €