01.04.2017 / Inland / Seite 4

Gefährlich unverletzt

Dessau: Justiz macht Mitglied der Oury-Jalloh-Initiative den Prozess. Der Mann habe Feuerzeuge in Richtung Polizei geworfen

Susan Bonath

Im Fall des 2005 im Dessauer Polizeirevier verbrannten Asylbewerbers Oury Jalloh zeigt sich Sachsen-Anhalts Justiz wenig motiviert. Aktivisten, die seit über zwölf Jahren um Aufklärung ringen, verfolgt sie um so akribischer. Diesmal will das Amtsgericht Dessau-Roßlau dem 61jährigen Michael S. den Prozess machen. Verantworten soll sich das Mitglied der Initiative »In Gedenken an Oury Jalloh« am 2. August wegen gefährlicher Körperverletzung. Verletzt hat er zwar niemanden, aber angeblich während einer Demonstration am 7. Januar 2016, dem elften Todestag Jallohs, leere Feuerzeuge so geworfen, dass Polizisten hätten Schaden nehmen können.

Jedes Jahr ruft die Initiative dazu auf, symbolisch leere Feuerzeuge vor die Türen des Justizzentrums und der Polizei in Dessau zu werfen. »Seit Jahren weiß man, dass Oury Jalloh keines dabei hatte und sich nicht selbst angezündet haben kann«, sagte S. am Freitag im Gespräch mit jW. Das ignoriere die seit drei Jahren wegen Mo...

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