24.03.2017 / Feuilleton / Seite 10

Ulrike und die Burka-Barbies

Werke der frisch gekürten Münter-Preisträgerin Beate Passow in der Berliner Akademie der Künste

Tom Mustroph

Bücher von Dichtern und Denkern stehen da in einem Glaskasten in der Akademie der Künste am Hanseatenweg in Berlin: Goethes »Faust« neben einer Gedichtsammlung Eichendorffs, Michelangelos Briefe neben Hölderlins »Hyperion«. Es handelt sich um handliche Feldausgaben für Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg. Sie passten bequem in jede Uniformtasche. Auch Nietzsche ist vertreten, nicht mit Schriften zum »Übermenschen«, sondern mit der kleinen Schrift »Zum Problem der Wahrheit«, in der man in diesen »postfaktischen« Zeiten gerne mal blättern würde. Die Exponate gehören zur Festausstellung der frischgekürten Trägerin des Gabriele-Münter-Preises, Beate Passow. Als Alltagsgegenstände lassen sie den Völkermord in der Erinnerung beklemmend lebendig werden. Teilweise sind in den Büchern Widmungen erkennbar. Eines trägt auf der Innenseite den Stempel eines Kriegsgefangenenlagers in Oklahoma, ein anderes die Widmung »Mein treuer Begleiter in meiner Soldatenzeit m...

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