21.03.2017 / Feuilleton / Seite 11

Sagen Sie mal »naichovabe«

Kinder mit Tourette-Syndrom haben im Umgang mit Sprache erstaunliche Fähigkeiten

Frank Ufen

Die ersten Anzeichen einer Tourette-Erkrankung treten in der Regel im Alter von sechs bis acht Jahren auf. In der Phase der Pubertät sind die Symptome oft schon deutlich ausgeprägt: abrupt einsetzende, extrem schnelle Zuckungen in Armen, Beinen und im Gesicht, das Grimassenschneiden, die Nachahmung von Tierlauten, die Erzeugung von Geräuschen wie Quieken, Grunzen oder Schniefen, das Ausstoßen tabuisierter Wörter. Diese Tics können in ziemlich regelmäßigen Abständen oder aber ausschließlich in psychisch stark belastenden Situationen auftreten. Wodurch sie hervorgerufen werden, ist nach wie vor nicht völlig geklärt. Vieles deutet darauf hin, dass eine Fehlsteuerung der Basalganglien – das sind für die Feinmotorik zuständige Nervenzellen – eine wesentliche Rolle spielt.

Viele, die unter dem Tourette-Syndrom leiden, sind imstande, ihre Tics zumindest eine Zeitlang zu unterdrücken. Es gibt Patienten, die mit ihrem Handicap dermaßen gut zurechtkommen, dass sie e...

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