18.03.2017 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Deutscher Abschreckungsfan

Arnold Schölzel

Am 30. Mai 2016 rief Karl-Heinz Kamp, Präsident der deutschen Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin, in der FAZ den Beginn des »dritten Nuklearzeitalters« aus. Nach Kaltem Krieg, nach Entstehen neuer Atommächte wie Indien und Pakistan habe das 2014 mit der Sezession der Krim von der Ukraine und dem Beitritt zur Russischen Föderation begonnen, von Kamp wahrheitswidrig als Annexion bezeichnet: »Russland verließ damit endgültig die gesamteuropäische Sicherheitsordnung, kündigte die Partnerschaft mit der NATO und gebraucht seither sein gewaltiges Atomwaffenpotential (wieder) als Drohmittel gegenüber seinen Nachbarn.« Nichts davon stimmt, aber der Drang nach Osten gab sich bei Propagandamythen nie besondere Mühe.

Am Freitag widmete sich Kamp in einem Gastkommentar für die Neue Zürcher Zeitung unter den Überschriften »Nuklearwaffen für Deutschland? Die Atomphantomdebatte« der seit dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA in der Bundesrepublik geführten Di...

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