17.03.2017 / Feuilleton / Seite 11

Die »Scheiße« beenden

Eine Gedenkveranstaltung für Egon Bahr in Berlin

Arnold Schölzel

Am Silvestertag 1943 entkam der 21jährige Egon Bahr, Geschützführer in einer V-1-Stellung der Wehrmacht, knapp den gezielten Schüssen aus der Bordkanone eines englischen Jagdfliegers. Als er wider Erwarten den Zweiten Weltkrieg überlebt hatte, schwor er sich, »das Möglichste zu tun, damit eine solche Scheiße nie wieder passiert«. Das zitierte die Witwe des am 19. August 2015 verstorbenen SPD-Politikers, Adelheid Bahr, am Dienstag in einer Gedenkveranstaltung für ihn im Berliner Rathaus vor mehreren hundert Gästen, darunter etwa 200 Jugendliche. Anlass war der bevorstehende 95. Geburtstag Bahrs am 18. März, eingeladen hatte die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa, deren Vorstandsvorsitzender, der frühere Berliner Staatssekretär André Schmitz-Schwarzkopf, einleitend ebenfalls hervorhob: Das Lebensthema Egon Bahrs seien Frieden und Aussöhnung in Europa gewesen.

In den Mittelpunkt des Abends stellten die Veranstalter Bahrs Rede vom 15. Juli 1963 vor der Evangel...

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