29.07.2002 / Ansichten

Continental in Mexiko: Keine sozialen Menschenrechte?

junge Welt sprach mit der Juristin Anja Wiese. Sie ist Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk) und zuständig für Zentralamerika und Mexiko

Harald Neuber

F: Der deutsche Reifenhersteller Continental hat bereits im Dezember vergangenen Jahres sein Werk in Mexiko geschlossen. Welche Konsequenzen erwachsen daraus für die Belegschaft und die Region?

Seit 17. Dezember sitzen die Angestellten auf der Straße und haben deswegen kein Einkommen mehr, um sich und ihre Familien zu ernähren. Weil die Arbeitsplatzsituation in der Region ohnehin schon sehr dramatisch war, besteht kaum Möglichkeit, anderswo eingestellt zu werden. Auch gibt es keine Unterstützung des Staates.

F: Wieviel Menschen sind betroffen?

Gut 1160 Arbeiter wurden entlassen, betroffen sind aber natürlich auch die Familien.

F: Was hat die mexikanische Regierung getan?

Gar nichts.

F: Welche Handlungsmöglichkeit hatte die Belegschaft also?

Sie haben vor dem zuständigen Arbeitsgericht Klage eingereicht und das Werk besetzt. Gleichzeitig haben sie nationale und internationale Solidarität organisiert.

F: Mit welchem Ergebnis?

Die ...

















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