07.03.2017 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

»In der Leiharbeit wird häufig getrickst«

Seit 15 Jahren gilt in Österreich der Tarifvertrag zur Arbeitskräfteüberlassung. Doch die Unternehmer umgehen die Vereinbarung oft. Gespräch mit Thomas Grammelhofer

Johannes Supe

Vor 15 Jahren, am 1. März 2002, trat in Österreich der Tarifvertrag für Leiharbeit in Kraft. Über die Details der Vereinbarung werden wir gleich sprechen. Zuerst einmal ganz grundsätzlich: Handelt es sich bei Leiharbeit auch in Ihrem Land um prekäre Beschäftigung?

Betrachtet man nur die Grundentlohnung, dann ist die Leiharbeit in Österreich nicht besonders prekär. Seit diesem Jahr erhalten auch ungelernte Arbeitnehmer einen Mindestlohn von 1.556,82 Euro. Es gibt viele Berufsgruppen, die weit weniger verdienen. Doch die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter sind mit immer wiederkehrenden Phasen von Arbeitslosigkeit konfrontiert. Darunter leidet ihr Durchschnittseinkommen. Deshalb müssen wir uns als Gewerkschaft auch weiter aktiv für diese Gruppe einsetzen.

In der Bundesrepublik erhalten Leiharbeiter nur jenes Entgelt, das in ihrem Tarifvertrag vorgesehen ist. Werden sie in eine Branche wie die Industrie entsandt, in der deutlich bessere Regelungen bestehen, gib...

Artikel-Länge: 5872 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe