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04.03.2017 / Ausland / Seite 2

»Es ist ein Zufall, wenn die mal jemand retten«

Frontex wirft privaten Seenotrettern vor, das Geschäft der Schlepper zu erledigen. Die Grenzagentur selbst hilft Ertrinkenden nur in Einzelfällen. Gespräch mit Axel Steier

Claudia Wrobel

Der Chef der EU-Grenzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, stellt die privaten Seenotretter an den Pranger. Mit welchen Anfeindungen seinerseits müssen Sie sich auseinandersetzen?

Er behauptet, mit unseren Rettungsaktionen unterstützten wir Schlepper. Die Idee dahinter ist ungefähr diese: Wenn man Menschen aus dem Wasser zieht und sie deshalb nicht sterben, vereinfache man im Endeffekt das Geschäft der Schlepper. Man gebe ihnen sozusagen eine Garantie, dass die »Kundschaft« auch ankommt. Das ist natürlich Quatsch, weil trotzdem viele sterben, und es ist den Schleppern auch schlicht egal, weil sie im voraus bezahlt werden.

Ist nicht Seenotrettung einerseits ein Gebot, das auf dem Meer gilt, aber andererseits auch eindeutig in den Statuten von Frontex festgeschrieben?

Juristisch ist es tatsächlich ein Gebot auf hoher See, das ist richtig. Daran hält sich Frontex aber in der Realität gar nicht. Es ist höchstens ein Zufall, wenn die mal jemanden retten.

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