28.02.2017 / Ausland / Seite 8

»Verhandlungen sollen für Israel günstig sein«

Mit Unterstützung der USA versucht Benjamin Netanjahu, seine Vorstellung vom Nahen Osten durchzusetzen. Gespräch mit Dror Etkes

Michele Giorgio

Haben US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bei ihrem jüngsten Treffen in Washington die Zweistaatenlösung endgültig verworfen und die Idee eines gemeinsamen Staates für Juden und Palästinenser mit gleichen Rechten ins Spiel gebracht, wie manche Kommentatoren behaupten?

Soweit würde ich nicht gehen. Trump ist eine unvorhersehbar handelnde Person. Er sagte, dass für ihn alles okay sei: ein Staat, zwei Staaten oder eine andere Lösung. Ich fürchte jedoch, dass er sich dabei nicht auf einen gemeinsamen demokratischen Staat bezog, den immer mehr Palästinenser und auch einige Israelis wünschen. Trump hat schlicht durchblicken lassen, dass für ihn jedes Ergebnis von israelisch-palästinensischen Verhandlungen in Ordnung ist. Verhandlungen, die in erster Linie für Israel günstig sein sollen.

Netanjahu hingegen hat keinerlei Anspielung auf eine Ein-Staat-Lösung gemacht und ist zugleich über die Zweistaatenlösung hinweggegangen. Er ha...

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