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28.02.2017 / Inland / Seite 4

»Es gibt viele Lücken«

UN-Experten beschäftigt der Feuertod von Oury Jalloh in Dessau. Er sei Musterbeispiel für institutionellen Rassismus

Susan Bonath, Berlin

Eine Expertengruppe der Vereinten Nationen (UN) hat die Lebensbedingungen von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland untersucht. Sie befassten sich unter anderem mit Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Dort verbrannte am 7. Januar 2005 der aus Sierra Leone stammende Flüchtling Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle. Dieser Fall sei ein Musterbeispiel für institutionellen Rassismus in Deutschland, sagte UN-Vertreter Ricardo Sunga am Montag nachmittag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

»Es gibt dringende Hinweise, dass Oury Jalloh aufgrund rassistischer Vorurteile festgenommen und später durch die Polizei misshandelt wurde«, so Sunga. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten zu keiner Zeit angemessen ermittelt. Die Schuldigen müssten verfolgt und zur Verantwortung gezogen werden. »Die Todesumstände müssen endlich unabhängig gemeinsam mit der ›Initiative in Gedenken an Oury Jalloh‹ untersucht werden«, erklärte er weiter.

Die Initia...

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