28.02.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Die »Gegenküsten« kontrollieren

Die Bundesregierung arbeitet an der Abschottung Europas – am besten schon in Afrika

Jörg Kronauer

»Vorverlagerungsstrategie«: So heißt im sterilen Bürokratendeutsch der Bundesregierung das wohl dringendste der Anliegen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Donnerstag ins Flugzeug nach Nordafrika treiben. Mit dieser Region beschäftigt die Kanzlerin sich viel in diesen Tagen. Erst am 14. Februar hat sie den tunesischen Premierminister Youssef Chahed in Berlin empfangen; am 20. Februar, unmittelbar nach der Münchner »Sicherheitskonferenz«, wollte sie nach Algerien reisen, um dort den Minister- und den Staatspräsidenten zu treffen – doch weil letzterer, wie es hieß, plötzlich an einer Bronchitis erkrankt war, musste Merkel zu Hause bleiben. Dafür fliegt sie am Donnerstag zunächst nach Kairo, um von dort nach Tunis aufzubrechen, wo sie am Freitag – ganz wie zuvor in Ägypten – mit dem Staats- und dem Ministerpräsidenten zusammentreffen wird. Den Algerientrip will die Kanzlerin bald nachholen. Es ging und geht bei den Zusammenkünften vor allem um die ...

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