20.02.2017 / Ansichten / Seite 8

Machtverschiebungen

Lawrow für »post-westliche« Ordnung

Jörg Kronauer

Einen der wichtigsten Hinweise auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz hat Sergej Lawrow gegeben. Während die US-Delegation sich beflissen zur NATO bekannte und die Vertreter der Bundesregierung bemüht waren, sich »auf Augenhöhe« mit der Washingtoner Administra­tion zu positionieren, stellte Lawrow mit Blick auf das westliche Bündnis trocken fest, immer noch regiere »eine Art Eliteklub an Staaten die Welt«. Der »Eliteklub« – das sind die alten transatlantischen Mächte, die Supermacht USA sowie die aufstrebende, deutsch geführte EU, die ungebrochen versuchen, die Weltpolitik zu dominieren. »Das kann auf Dauer nicht funktionieren«, warnte am Samstag Lawrow. Vielleicht hat er recht.

Eines ist, nüchtern betrachtet, in den vergangenen Jahren klargeworden: Die Machtgrundlagen des Westens erodieren, die Dominanz bekommt Risse. Das fängt bei der ökonomischen Basis an: Der Anteil, den EU und USA am globalen Bruttoinlandsprodukt halten, ist – kauf...

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