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11.02.2017 / Feuilleton / Seite 11

Nichts Gutes

Eine Verunklarung: Am Deutschen Theater in Berlin wird »Katzelmacher« von Rainer Werner Fassbinder aufgeführt

Jakob Hayner

»Ich fürcht’ mich, weil von niemand nichts Gutes nicht kommt«, heißt es in Rainer Werner Fassbinders »Katzelmacher«. Die mit der allgemeinen Konkurrenz einhergehende Brutalität ist die Geschäftsgrundlage der gegenwärtigen Gesellschaft. Gutes gibt es nicht zu erwarten, wenn der letzte Rest von Gattungsbewusstsein und Solidarität den Menschen unterm Druck des Kapitalverhältnisses ausgetrieben wird. Was bleibt, ist Angst – zunächst ohne konkretes Objekt. Fassbinder schrieb »Katzelmacher«, eine eher in Süddeutschland und Österreich gebräuchliche herabwürdigende Bezeichnung für Fremde und sogenannte Gastarbeiter, im Jahre 1968. In der Bundesrepublik herrschte Rezession. Im April 1968, vier Jahre nach ihrer Gründung, zog die NPD mit fast zehn Prozent der abgegebenen Stimmen in den baden-württembergischen Landtag ein, nachdem ihr das zuvor in Bayern und Hessen auch gelungen war.

Vor diesem Hintergrund schreibt Fassbinder ein Drama, in dem eine Gruppe junger Mensc...

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