10.02.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 2

»Tüchtigkeit schafft keine Überschüsse«

Die deutsche Wirtschaft erzielt Rekordexporte. Zu Lasten anderer Länder. Ein Gespräch mit Heiner Flassbeck

Simon Zeise

Das Statistische Bundesamt hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt. Deutschland ist 2016 wieder Exportweltmeister – das dritte Mal in Folge. Waren im Wert von 1,2 Billionen Euro wurden ausgeführt. Das ist mehr als Spanien 2015 produziert hat. Darf man gratulieren?

Es wird immer absurder von Jahr zu Jahr. Für 2016 hat der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, SPD, in seinem Jahreswirtschaftsbericht angenommen, dass sich die Zahl nicht erhöht. Das Gegenteil ist eingetreten. Auch in diesem Jahr bedeutet das, Deutschland hat im Außenhandel per Saldo gewonnen und andere Länder haben verloren.

Welche Auswirkungen hat das Ergebnis auf die Euro-Zone?

Es bleibt der unglaubliche Druck erhalten, dass die anderen Mitgliedsstaaten keine außenwirtschaftlichen Impulse für die Belebung ihrer Wirtschaft bekommen, sondern alles von Deutschland eingesackt wird. Gleichzeitig können sich diese Länder selbst keine Anregungen aus ihren Staatshaushalten geben. Damit bleibt die Eu...

Artikel-Länge: 4356 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe