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09.02.2017 / Medien / Seite 15

Erklärungen für Hetze

Eine Homestory über eine AfD-Lokalpolitikerin wirbt um Verständnis für die »verfolgte Bürgerin«

Kristian Stemmler

Wenn es um den Umgang mit der AfD geht, ist die Berichterstattung der Konzernmedien heuchlerisch. Die Strategie erscheint paradox, aber logische Brüche haben die bürgerliche Journaille noch nie gestört. Pflichtgemäß werden rassistische Ausfälle von AfD-Rechtsaußen wie Björn Höcke mit Abscheu und Entsetzen quittiert, auf der anderen Seite macht man die protofaschistische Partei hoffähig, indem man ihre Protagonisten abendfüllend zu Worte kommen lässt.

In ihrer Ausgabe vom 19. Januar hat das Leib- und Magenblatt des Bildungsbürgertums, die Hamburger Zeit, noch einen draufgesetzt. Ein Mitarbeiter namens Marc Widmann, der laut Beitext die AfD seit drei Jahren »begleitet«, hat einen Hausbesuch bei einer Hamburger AfD-Funktionärin gemacht. Eine üble Homestory, die von Verständnis für die Frau nur so trieft; in der es darum geht, sie als politisch vielleicht etwas fehlgeleitete, aber harmlose Kommunalpolitikerin zu verkaufen, die von bösen Linken schikaniert wird...

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