07.02.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Systematische Zerstörung

Israel reißt gezielt Häuser und Zelte der palästinensischen Bevölkerung ab. Knesset-Abgeordneter bei Protesten von Soldaten verletzt

Karin Leukefeld

Die Einwohner des Dorfes Umm Al-Hiran in der Negev-Wüste hatten bei ihrem Protest gegen den Abriss ihrer Häuser einen bekannten Unterstützer. Der arabisch-palästinensische Abgeordnete der Knesset, Ayman Odeh, versuchte gemeinsam mit rund 1.000 Menschen am Morgen des 18. Januar, das Abrisskommando davon abzuhalten, die rund 150 Häuser zu zerstören. Alle Demonstranten waren unbewaffnete Staatsbürger Israels, die Familien lebten seit den 1950er Jahren in Umm Al-Hiran. Damals waren sie aus ihren eigentlichen Dörfern vertrieben worden, weil Israel auf ihrem Land Kibbuze bauen wollte. 60 Jahre später sollen sie erneut vertrieben werden, weil dort, wo sie heute leben, die jüdische Siedlung »Hiran« entstehen soll. Das palästinensische Dorf sei illegal, heißt es; die Menschen hätten das Land besetzt und seien somit »Eindringlinge«.

Odeh ist Chef er Gemeinsamen Listen, der drittstärksten Fraktion in der Knesset. Er hatte sich dem Protest seiner Landsleute angesc...

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