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06.02.2017 / Inland / Seite 5

Verelendete werden auch künftig vertrieben

Trotz fehlender Schlafplätze: Bezirk Berlin-Mitte will weiter Obdachlosencamps räumen lassen

Susan Bonath

Berlin ist die Hauptstadt der Obdachlosen. Auch bei Eiseskälte betteln und schlafen sie unter Brücken, in Bahnhöfen, vor Supermärkten, in Parks, unter den Spreebögen vor dem Kanzleramt. Sozialverbände schätzen die Zahl der Menschen ohne Unterkunft in Berlin auf bis zu 25.000. Ein Viertel von ihnen, also mehr als 6.000, leben dauerhaft auf der Straße. Genaue Erhebungen dazu gibt es nicht. Ihnen bietet die Stadt nach eigenen Angaben derzeit lediglich 920 Schlafplätze.

Doch statt für sozialen Wohnraum zu sorgen, will der Bezirk Berlin-Mitte weiter gegen die Obdachlosen vorgehen. Dessen Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) sagte Ende vergangener Woche dem RBB: »Das wilde Kampieren zu tolerieren ist nicht sozial und löst keine Probleme.« Seine Begründung: Fast immer sei »mit der schwierigen hygienischen Situation eine dramatische Verunreinigung öffentlicher Erholungs- und Aufenthaltsflächen verbunden«. So habe das »illegale Kampieren« etwa dem Großen Tierga...

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