04.02.2017 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Die unbeugsame Stadt

Der Hölle entronnen. Die »Blockade-Kinder« von Leningrad sind die letzten, die ein unvorstellbares Kriegsverbrechen der Wehrmacht bezeugen können

Alexandre Sladkevich

Flaniert man durch Sankt Petersburg, das frühere Leningrad, oder durch Kronstadt auf der benachbarten Insel Kotlin, stößt man noch heute an manchen Fassaden auf alte Aufschriften. Sie warnen: »Bürger, bei Artilleriebeschuss ist diese Straßenseite die gefährlichere.« Neben ihnen hängen Marmortafeln. Darauf steht: »Zur Erinnerung an das Heldentum und die Tapferkeit der Leningrader während der 900tägigen Blockade bleibt diese Aufschrift erhalten«. Gelegentlich liegen an solchen Orten Blumen.

Es fällt sehr schwer, sich vorzustellen, dass in einer der schönsten Städte Europas bis zum 27. Januar 1944 das Inferno herrschte. Es gibt hier Gebäude, an denen noch die Schrammen, die die Bomben- und Minensplitter in den Stein gerissen haben, zu erkennen sind. An drei Stellen wurden Metalltafeln angebracht: »Das sind die Spuren eines der 148.478 Geschosse, die 1941 bis 1944 von den Faschisten auf Leningrad abgefeuert wurden«. Sie erinnern an eins der bestialischen Krie...

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