Schwarzer Kanal
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04.02.2017 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Hitler im Weißen Haus

Arnold Schölzel

Wer zuerst »Faschismus« oder noch besser »Hitler« ruft, gewinnt im Medienmikado. Beim Spiegel ist das seit 70 Jahren ein Teil der Geschäftsidee: Einst alte Nazis in der Redaktion beschäftigen, solange sie noch eine Tastatur betätigen konnten, und mehrmals im Jahr ein Führerporträt auf die Titelseite klatschen – das sichert die Auflage oder verlangsamt heute zumindest deren Abbröckeln. Im Spiegel (Heft 6/1991) schlotterte pünktlich zu Beginn der US-Operation »Desert Storm« (»Wüstensturm«) Hans Magnus Enzensberger vor »Hitlers Wiedergänger«, Iraks Präsident Saddam Hussein. Auch dessen Feind sei nicht irgendein Gegner im Innern oder Außen, sondern «die Welt«. An die Macht gelangten »diese Monster« nur, weil »ganze Völker ihr Kommen herbeiwünschen«. Die seien überhaupt Schuld am Auftauchen »des Führers«. Dessen Stunde sei gekommen, wenn sich »der Feind der Menschheit … mit der gesammelten Todesenergie der Massen aufladen« könne.

Enzensberger entwarf ein ideolo...

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