17.07.2002 / Ausland / Seite 0

Seelenfänger

Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien

Michael Klarmann

Einst schrieb die britische Punkband Crisis den Song »(No more) Holocaust«, eine von Punks Anfang der 1980er Jahre oft gecoverte linke Hymne. Douglas Pearce und Tony Wakeford von Crisis hatten sich zu Antifaschismus und Antisexismus bekannt. 1981 indes gründeten sie eine neue Band: Death in June. Enttäuscht von linker Politik wandten sie sich nun dem »Nationalbolschewismus« zu. Heute nutzt die Neofolk-Band als Logo den SS-Totenkopf.

Pearce und Death in June bilden mit weiteren Musikern die rechte Speerspitze des Apokalyptik- und Neofolk. Als Instrumente dienen den musikalischen Ablegern des Dark Wave oft nur Akustikgitarren und Trommeln. Die Songs klingen wie eine Art subkulturelle Version des NPD-Liedermachers Frank Rennicke und erinnern an die Zeltlager- und Lagerfeuerromantik der Hitlerjugend. Und übten einst Laibach aus Kroatien noch uniformiert und unter Verwendung »totalitärer« Symbolik subversive Kritik an solchen Regimes, nutzen Teile der »Schwar...

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