25.01.2017 / Antifa / Seite 15

Ignorierter Völkermord

»Weiße Flecken auf der Landkarte der Holocaustforschung«: Jugendprojekt erinnert an Deportationen rumänischer Roma

Frank Brendle

Mehr als 25.000 rumänische Roma sind während des Zweiten Weltkrieges in die damals von Deutschen besetzte Sowjetukraine deportiert wurden. Rund die Hälfte von ihnen kam dort zu Tode. Diese Verbrechen an den Roma sind heute weitgehend unbekannt. Der moldauische Historiker Ion Duminica, selbst Rom, spricht von einem »ignorierten Holocaust«. Ein Projekt des Bildungswerks für Friedensarbeit in Berlin und von Partnerorganisationen in Rumänien, Moldau und der Ukraine will dem Vergessen entgegenwirken. Es präsentiert kommende Woche eine Ausstellung in Berlin. Sie ist das Ergebnis einer Reise junger Roma und Nichtroma, die zwischen Bukarest und Odessa Zeitzeugen, Überlebende, Historiker und Aktivisten interviewt haben.

Zu den Kriegszielen des rumänischen Diktators Marschall Ion Antonescu an der Seite Nazideutschlands gehörte auch die »ethnische Homogenisierung« Rumäniens. Anders als im deutschen Machtbereich wurden die unerwünschten Minderheiten nicht massenweise ...

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