23.01.2017 / Politisches Buch / Seite 15

Kämpferischer Sozialist

Heinz Keßler wird 97. Aus diesem Anlass werden seine Briefe aus dem Gefängnis ediert

Frank Schumann

Heinz Keßler wird am 26. Januar 97 Jahre alt. Das allein rechtfertigt, dass Dieter Itzerott – obgleich elf Jahre jünger – ihre Korrespondenz öffentlich macht. Beide kennen sich seit Jahrzehnten. Ihre erste Begegnung fand auf dem V. Parlament der FDJ statt, das war 1955 in Erfurt. Keßler hielt, so Itzerotts Erinnerung, »eine außerordentlich wirkungsvolle und solidarische Verabschiedungsrede für Erich Honecker«.

Ein halbes Jahrhundert später, die DDR existierte nicht mehr, saßen Ex-SED-Generalsekretär Honecker und Ex-DDR-Verteidigungsminister Keßler in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft. Dieter Itzerott – im Herbst 1989 als 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Torgau in die Wüste geschickt – eröffnete den Schriftwechsel, der hier bis 1999 wiedergegeben ist. Hinter Gefängnismauern ist jeder auf sich selbst zurückgeworfen. Jedes Zeichen von Zusammengehörigkeit durchbricht die Isolation, in der man sich subjektiv wähnt. Die Briefe, die Itzerott und Keßler wechse...

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