20.01.2017 / Feuilleton / Seite 11

Würstchen im Lakaienzimmer

Was bedeutet Donald Trump? Er macht die Schweinereien selbst. Zwei kleine Bücher begrüßen den neuen US-Präsidenten

Detlef Kannapin

Marx bemerkt im »Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte«, dass sich die Geschichte sozusagen zweimal ereignet, einmal als Tragödie und einmal als Farce. Mittlerweile gibt es noch einen dritten Auftritt: als Schauerroman. In dieser Form der Geschichte spielt ein Untoter die Hauptrolle: Donald Trump, nun als 45. Präsident der Hauptmacht des weltumspannenden Kapitals.

Nahezu alles kann der Figur Trump zugeschrieben werden. Er ist nichts Halbes und nichts Ganzes, Symptom und Verfall des staatsmonopolistischen Kapitalismus in seiner spätimperialistischen Phase, alles und nichts zugleich und für dieses »Alles« auch noch die hervorragende Projektionsfläche. Sämtliche erträumten Sehnsüchte der Zukurzgekommenen wie der Selbstherrlichen gehen in ihn ein – und heraus kommt die einzige Enttäuschung, von der man freilich auch vorher schon hätte wissen können, nämlich dass im Kapitalismus Ausbeutung herrscht und die Kapitalbesitzer einen radikalisierten Klassenkampf v...

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