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21.01.2017 / Inland / Seite 4

»Lingens« Lüge

Aktenvernichter soll Falschaussage zur »Operation Drilling« vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags getätigt haben

Claudia Wangerin

Im Münchner NSU-Prozess ging es diese Woche um die Persönlichkeitsstruktur von Beate Zschäpe, die der psychiatrische Gutachter Henning Saß als schuldfähig einstuft – der Untersuchungsausschuss des Bundestags befasste sich mit der Rolle des Beamten »Lothar Lingen« in der Frühgeschichte der neofaschistischen Terrorgruppe. Der Referatsleiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) war nicht nur für die Aktenvernichtung wenige Tage nach Bekanntwerden des NSU im November 2011 verantwortlich. Er war offenbar selbst an der »Operation Drilling« beteiligt, mit der sich der Inlandsgeheimdienst 1998 an die Fersen der untergetauchten Neonazis Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geheftet hatte – ohne die gewonnenen Erkenntnisse für deren Festnahme nutzbar zu machen. Mit seinem Klarnamen M. hatte »Lingen« seinerzeit eine Deckblattmeldung unterschrieben, die dem Untersuchungsausschuss vorliegt. Das hielt die Abgeordnete Irene Mihalic (Grüne) am Donnerstag dem frü...

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