21.01.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 2

»Man warnt vor Gefahren für den Dieselstandort«

Ex-VW-Chef gab sich vor Ausschuss im Parlament ahnungslos. Abgasskandal auch Folge von Behördenversagen. Ein Gespräch mit Herbert Behrens

Jana Frielinghaus

Am Donnerstag befragte der Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Abgasskandal den ehemaligen Vorstandschef von Volkswagen, Martin Winterkorn. Ihre ohnehin geringen Erwartungen sind offenbar enttäuscht worden?

Ja. Winterkorn hat sich weitgehend auf Gedächtnislücken oder Unwissen berufen oder unter Verweis auf das gegen ihn laufende Gerichtsverfahren von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Dabei wurde in den USA schon im Mai 2014 festgestellt, dass die Abgasemissionen der Dieselfahrzeuge von VW im Normalbetrieb bis zu 35mal höher sind als im Labor. Das hat eine Überprüfung durch den International Council on Clean Transportation, ICCT, ergeben. VW hat sich damals mit der US-Umweltbehörde EPA darauf geeinigt, 500.000 Fahrzeuge zurückzurufen. Diese Rückrufaktion auf dem US-Markt, behauptet Winterkorn, sei nicht Thema von Gesprächen im Konzernvorstand gewesen.

Was hat die Befragung der weiteren am Donnerstag geladenen Zeugen ergeben?

Gerwin Postel, J...

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