10.01.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Vom Hoffnungsträger zum Totengräber

Vor zehn Jahren war Jacob Zuma der Kandidat der Linken. Ein folgenschwerer Fehler

Christian Selz, Kapstadt

Als Jacob Zuma im Dezember 2007 zum Präsidenten des ANC gewählt wurde, war dem ein langer, zäher Machtkampf in der Partei vorausgegangen. Zuma löste Thabo Mbeki ab, den damaligen Staatschef, der ihn 2005 als Vizepräsidenten entlassen hatte. Grund waren damals Korruptionsvorwürfe gegen Zuma im Zusammenhang mit einem milliardenschweren Rüstungsgeschäft gewesen, in das auch der deutsche Konzern Thyssen-Krupp verwickelt war. 783 Punkte hatte die Anklageschrift gegen den heutigen Präsidenten, doch vor Gericht landete er nie. Angeblich hatte Mbeki die Ermittlungen manipulieren lassen.

Diesem Narrativ waren auch Zwelinzima Vavi, damals Generalsekretär des mit dem ANC in der Regierungsallianz verbündeten Gewerkschaftsbundes Cosatu, und Julius Malema, damals Präsident der ANC-Jugendliga, gefolgt. Mit markigen Worten begleiteten die führenden Köpfe der südafrikanischen Regierungslinken den Aufstieg Zumas. »Für ihn sind wir bereit, unser Leben zu geben und zu schieße...

Artikel-Länge: 3037 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe