06.07.2002 / Ansichten

Geheimverhandlung in Den Haag: Neues im »Prozeß der Prozesse«?

jW sprach mit Ralph Hartmann, bis 1988 Botschafter der DDR in Jugoslawien

Rüdiger Göbel

F: In Ihrem jüngsten Buch »Der Fall Milosevic« wird das Verfahren in Den Haag gegen den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten als »Prozeß der Prozesse« bezeichnet. Schaut man sich das derzeitige Medienecho an, so könnte man zu einem ganz anderen Schluß kommen.

Im erwähnten Buch zitiere ich einen Sprecher des Tribunals, der zum Zeitpunkt der Entführung von Milosevic nach Den Haag jubelnd ausrief: »Das wird der Prozeß der Prozesse«. Und so war er auch geplant. Der »Schlächter des Balkans« sollte vorgeführt und die NATO-Aggression im nachhinein gerechtfertigt werden. Das ist gründlich fehlgeschlagen, und der geplante Schauprozeß wurde zwangsläufig zu einer Art Geheimprozeß.

F: Welche Zwischenbilanz läßt sich ein Jahr nach der Auslieferung des Expräsidenten an das Tribunal ziehen?

Dem von der NATO installierten, finanziell und personell ausgestatteten Tribunal, das bisher rund eine Milliarde Dollar verschlang, ist es nicht gelungen, den jugoslawische...





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