06.07.2002 / Inland / Seite 0

Rechtsverkehrung

Ein Buch über die doppelten bundesdeutschen Maßstäbe beim Umgang mit Nazi- bzw. DDR-Juristen

Erich Buchholz

In einer sorgfältigen Recherche belegt der Bremer Journalist Conrad Taler aufgrund authentischen Materials, vornehmlich gerichtlicher Urteile, wie von der (bundes-)deutschen Justiz - übrigens wie auch schon in der Weimarer Zeit - mit zweierlei Maß »gemessen wird«.

Diese Untersuchung steht, wie der bekannte Strafverteidiger Heinrich Hannover in seinem Vorwort schreibt, »quer zur Strömung des Zeitgeistes, der über Recht und Unrecht und über die Staaten, wo das eine und wo das andere zu suchen ist, Bescheid zu wissen glaubt«.

Taler belegt auf Grund des von ihm zusammengetragenen Materials die Schonung der »furchtbaren«, zahlloser Morde schuldigen Nazijuristen, die nach 1945 durchweg alsbald wieder in Amt und Würden standen - sogar als Richter am Bundesgerichtshof -, zumindest aber als Rechtsanwälte arbeiteten, durch die aus gleichem Holz geschnitzte bundesdeutsche Nachkriegsjustiz auf der einen Seite und auf der anderen Seite die gnadenlose strafrechtliche...



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